Förderungswürdigkeit

Für den Erwerb einer geförderten Wohnung muß der Wohnungseigentumsbewerber (Nutzungsberechtigte) nachstehende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Österreichische Staatsbürgerschaft (erforderlich bei Erwerb einer Eigentumswohnung), oder Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft nach 1933, oder Anerkennung als Konventionsflüchtling, oder Staatsbürgerschaft eines Staates, der Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes ist.
  2. Volljährigkeit
  3. Das jährliche Einkommen (Familieneinkommen) darf zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bei einer Haushaltsgröße von
    einer Person Euro 34.000,--
    zwei Personen Euro 51.000.-
    nicht überschreiten. Diese Beträge erhöhen sich für jede weitere im Haushalt lebende nahestehende Person um Euro 4.500,--.
    Diese Beträge können entsprechend den Änderungen des vom Österreichischen Statistischen Zentralamt monatlich verlautbarten Verbraucherpreisindex 1986 oder eines an seine Stelle getretenen Index verändert werden. Die Landesregierung hat Änderungen der Beträge im Landesgesetzblatt zu verlautbaren.
    Maßgeblich ist das Einkommen des Kalenderjahres vor Vertragsabschluss.
  4. Der Wohnungseigentumsbewerber muß sich verpflichten, ausschließlich die geförderte Wohnung zur Befriedigung seines dringenden Wohnbedürfnisses regelmäßig zu verwenden.
  5. Der Wohnungseigentumsbewerber ist verpflichtet, seine Rechte an einer bisher zur Befriedigung seines dringenden Wohnbedürfnisses regelmäßig verwendeten Wohnung binnen sechs Monaten nach Bezug der geförderten Wohnung aufzugeben. Ausnahmen sind mit Zustimmung des Landes nur dann zulässig, wenn er diese Wohnung aus beruflichen Gründen für sich selbst dringend benötigt oder wenn Verwandte in gerader Linie die Wohnung zur Befriedigung ihres dringenden Wohnbedürfnisses regelmäßig verwenden.

EINKOMMEN (FAMILIENEINKOMMEN) = die Summe der Einkommen des Förderungswerbers und der mit ihm im gemeinsamen Haushalt lebenden nahestehenden Personen

Einkommensermittlung gemäß § 2, Zif. 10 Wohnbauförderungsgesetz 1993

1.) Bei zur Einkommensteuer veranlagten Personen (in der Regel bei selbständiger Arbeit) ist das Einkommen nach § 2 Abs. 2 Einkommensteuergesetz 1988 heranzuziehen, sodann vermehrt um

+ die steuerfreien Einkünfte,

+ die abgezogenen Beträge nach

  • § 10 Einkommensteuergesetz 1988 (Freibetrag für investierte Gewinne),
  • § 18 Einkommensteuergesetz 1988 (Sonderausgaben),
  • § 24 Abs. 4 Einkommensteuergesetz 1988 (Freibetrag für Veräußerungsgewinne),
  • § 34 Einkommensteuergesetz 1988, mit Ausnahme dessen Abs. 6 hinsichtlich Behinderungen (außergewöhn-liche Belastungen),
  • § 36 Einkommensteuergesetz 1988 (Gewinne aus Schulderlass im Rahmen eines Insolvenzverfahrens) und
  • § 41 Abs. 3 Einkommensteuergesetz 1988 (Veranlagungsfreibetrag in Höhe von € 730,-),

+ die gerichtlich oder vertraglich festgesetzten Unterhaltsleistungen für geschiedene Ehegattinnen bzw. Ehegatten oder frühere eingetragene Partnerinnen bzw. Partner nach Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft, die von nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen an die Förderungswerberin bzw. an den Förderungswerber zu erbringen sind,

vermindert um

  • die Einkommensteuer.

2.) Bei nicht zur Einkommensteuer veranlagten Personen (bei unselbständiger Arbeit) ist das Einkommen nach § 2 Abs. 2 Einkommensteuergesetz 1988 heranzuziehen, sodann vermehrt um

+ die steuerfreien Einkünfte,

+ die abgezogenen Beträge nach

  • § 18 Einkommensteuergesetz 1988 (Sonderausgaben),
  • § 34 Einkommensteuergesetz 1988, mit Ausnahme dessen Abs. 6 hinsichtlich Behinderungen (außergewöhn-liche Belastungen) und
  • § 41 Abs. 3 Einkommensteuergesetz 1988 (Veranlagungsfreibetrag in Höhe von € 730,-),

+ die gerichtlich oder vertraglich festgesetzten Unterhaltsleistungen für geschiedene Ehegattinnen bzw. Ehegatten oder frühere eingetragene Partnerinnen bzw. Partner nach Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft, die von nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen an die Förderungswerberin bzw. an den Förderungswerber zu erbringen sind.

3.) Bei Ermittlung des Einkommens gemäß 1.) und 2.) bleiben außer Ansatz:

– Leistungen nach § 3 Abs. 1 Z 7 und 8 Einkommensteuergesetz 1988 sowie Kinderbetreuungsgelder,

– Kinderabsetzbeträge gemäß dem Familienbesteuerungsgesetz 1992,

– Pflegegelder nach dem Bundespflegegesetz,

– Pflege- oder Blindenbeihilfen sowie Leistungen nach dem Steiermärkischen Kinder- und Jugendhilfegesetz, LGBl. Nr. 93/1990 in der Fassung LGBl. Nr. 83/1999,

– Einkünfte von Minderjährigen, die im elterlichen Haushalt leben, bis zur Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes für alleinstehende Pensionisten,

– gerichtlich oder vertraglich für Kinder festgesetzte Unterhaltsleistungen, die vom Förderungswerber bezogen werden,

– Waisenpensionen,

– Abfertigungen,

– gerichtlich oder vertraglich für geschiedene Ehegattinnen bzw. Ehegatten oder frühere eingetragene Partnerinnen bzw. Partner nach Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft festgesetzte Unterhaltsleistungen, die von der Förderungswerberin bzw. vom Förderungswerber geleistet werden,

– Leistungen nach dem Steiermärkischen Sozialhilfegesetz, dem Steiermärkischen Mindestsicherungsgesetz und dem Steiermärkischen Behindertengesetz,

– Taggelder für Präsenz- und Zivildiener,

– Studienbeihilfen von gesetzlich unterhaltsberechtigten Kindern,

– Einkünfte aus Ferialtätigkeit sowie

– geringfügige Aufwandsersätze, die von der öffentlichen Hand geleistet werden.

Bei Zusammentreffen von Einkünften aus unselbständiger Arbeit mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten gelten als Einkommen die Einkünfte aus unselbständiger Arbeit, sofern die Einkünfte aus den anderen Einkunftsarten negativ sind.

Maßgeblich ist das Einkommen des Kalenderjahres vor Vertragsabschluss.

Nachfolgend eine exemplarische Auflistung von verschiedenen Bezügen samt Beurteilung, ob diese dem Einkommen gemäß § 2 Zif. 10 Wohnbauförderungsgesetz 1993 hinzuzurechnen sind*):

Art des Bezuges
  Dem Einkommen hineinzurechnen?
Abfertigungen   nein
Arbeitslosengeld   ja
Ausgleichszulage   ja
Einkünfte aus Ferialtätigkeiten   nein
Einkünfte von Minderjährigen, die im elterlichen
Haushalt leben, bis zur Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes
für alleinstehende Pensionisten, dzt. € 857,73
  nein
Erschwerniszulage   ja
Familienbeihilfe   nein
Fehlgeldentschädigung   ja
Gefahrenzulage   ja
Heizkostenzuschuß für Pensionisten   nein
Jubiläumsgeld   ja
Kinderbetreuungsgeld   nein
Krankengeld   ja
Kriegshinterbliebenenrente   ja
Notstand aus der Arbeitslosenversicherung   ja
Pendlerpauschale   nein
Pensionsvorschuß   ja
Pflege- und Blindenbeilhilfe   nein
Pflegeelterngeld   nein
Pflegegeld nein
Präsenzdienst - Taggeld nein
Ruhegeld für pflegende Eltern   nein
Schmutzzulage   ja
Sonderunterstützung vor Alterspensionen   ja
Steuerfreie Leistungen des Arbeitgebers gem. § 26 EStG, z.B. Diäten,
Kilometergeld, etc.
  nein
Studienbeihilfen   nein
Treuepension   ja
Überstundenzuschlag   ja
Unfallrente   ja
Unterhaltszahlungen für geschiedene
Ehegatten/innen: Zahlungsempfänger
  ja
Unterhaltszahlungen für geschiedene
Ehegatten/innen: Zahlungsverpflichteter
  nein
Unterhaltszahlungen für Kinder beim Zahlungsempfänger   nein
Unterhaltszahlungen für Kinder beim Zahlungsverpflichteter   ja
Versehrtenrente ja
Waisenpension   nein
Witwenrente   ja
Wohnkostenzuschuß für Präsenzdiener ***)   nein
Zulagen von Auslandsbeamten   nein
*) Angaben ohne Gewähr!
***) wird vom Wohnungsaufwand abgezogen